Der Weg zur Deutschen Meisterschaft ist geebnet

Auf dem Halbfinale Nord in Hannover bestehen 12 Starts des Tanzkorps Rote Husaren Neuenkirchen die Auswahlprüfung und qualifizieren sich für die Deutschen Meisterschaften in Oberhausen am kommenden Wochenende. Dabei fährt das Tanzkorps vier Titel als Norddeutscher Vizemeister und eine Bronzemedaille ein und wird mit dem Junioren-Schautanz „Wölfe“ sogar überragend Norddeutscher Meister.

Karnevalistischer Turnier-Tanzsport fordert seinen Akteuren und den Trainern langen Atem ab: über 35 Turniere mit Qualifizierungsmöglichkeit bundesweit zwischen Allgäu und Ostseeküste mit führt der Weg zur letzten Ausscheidung vor dem Finale, den Nord- bzw. Süddeutschen Meisterschaften.

Diese fanden am vergangenen Wochenende in Erbach an der Saar als Halbfinale Süd und in Hannover für die nord-, west-, und ostdeutschen Vereine statt. 185 Tanzpaare, Mariechen, Garden und Schautänze kämpften in der Swiss Life-Arena in Hannover in den drei Altersklassen um die begehrten Tickets für die Deutschen Meisterschaften in Oberhausen, zu denen nur die besten fünf (Jugend), sechs (Junioren) beziehungsweise sieben (Ü15-Jährige) zugelassen sind. Allein 16 Starts bieten die Roten Husaren aus Neuenkirchen auf und sind damit der norddeutsche Verein mit den deutlich meisten Qualifizierten.
Ihren ersten Auftritt vor der riesigen Kulisse einer Sportarena erleben am Samstag Corinna Brunster und Moritz Klausing, das Nachwuchspaar der Roten Husaren. Dass die beiden gerade mal Fünfjährigen dabei von 13 Jugend-Tanzpaaren auf dem letzten Platz landen, ist mehr als verzeihlich, tanzen sie doch überhaupt erst einige Monate zusammen und haben sich doch bereits auf Turnieren qualifiziert. Ihre größeren Vorbilder, Lisann Wiechers und Louis Krömer starten durch und ertanzen sich den ersten Titel des Tages als Norddeutscher Vizemeister. Die Jugendgarde, deren Auftritt für das Tanzpaar immerhin einen fliegenden Wechsel in die nächste Uniform und Choreografie bedeutet, weiß an diesem Tag besonders zu überzeugen: sicher und überzeugend bieten sie ihr Potenzial auf, verweisen die Dauerkonkurrenten auf die Plätze und holen – wie auch wenige Stunden später noch mit einem 3. Platz für ihren Schautanz „Marie-, Marie-, Marienkäfer“ – die nächsten Startberechtigungen auf der Deutschen Meisterschaft und den zweiten Vizemeister-Titel. Das Tanzmariechen Josefine Elling landet auf Platz 9.


Denkbar knapp an einer Qualifikation für das Finale vorbei schrammt das Junioren-Tanzpaar Nele Hagemann und Florian Klausing mit einem respektablen 7. Platz von 12 Konkurrenten. Auch sie stehen erst seit wenigen Monaten im Training von Jana Pruß und Ebru Camlibel und zeigen jetzt schon beachtliches Potenzial für die nächsten Jahre.
Für Schrecksekunden durch einen abgerissenen Aufmarsch schon auf der Treppe und eine Verletzung im Spagatsprung sorgen die Junioren in ihrem Gardetanz. Dass es am Ende aber doch noch für den 2. Platz reichte, zeigt eindrücklich den Siegeswillen der Truppe und die geniale Choreografie. Gleich vierfach angetreten sind die Junioren-Mariechen der Roten Husaren: Alicia Rotermann belegt einen achtbaren 11. Platz, ihre Kolleginnen Luana und Juli Greßler schieben sich auf die Plätze 6 und 5 und damit in die Qualifikationsreihen vor. Linn Endema toppt die Leistung des Husaren-Kleeblatts mit einem 4. Platz, nur einen Wimpernschlag vom Siegerpodest entfernt.
Der ganz große Wurf gelingt am Samstagabend dann aber den „Wölfen“, dem Schautanz-Team der Roten Husaren: sie setzen ein furioses Finale, tanzen mit Gänsehautfaktor ausdrucksstark wie nie und siegen mit deutlichem Abstand zu den restlichen 14 Konkurrenten als Norddeutscher Meister.
Am Sonntag tritt das Tanzkorps mit reduzierter Besetzung an: als amtierenden Deutschen Meister ist der bekannten Ü15-Garde der Start auf dem Halbfinale versagt, sind sie doch nach Reglement automatisch für die diesjährige Deutsche Meisterschaft gesetzt.
Den beiden Tanzpaaren Leonie Fühner und Artur Schweizer sowie Hannah Beckmann und Yannick Löbbers gelingt eine Leistungsbestätigung und beide Paare lösen das Ticket zum Finale. Ein besonderer Coup gelingt der Gemischten Garde, Mangelware im karnevalistischen Tanzsport bundesweit: ihre Hoffnung auf die Qualifikation wird durch den überraschenden Sprung auf das Siegerpodest mit dem Norddeutschen Vizemeistertitel übertroffen. Die drei Männer und sechs Damen lassen dabei sogar Deutsche Meister der letzten Jahre hinter sich.
Kurz vor Turnierschluss holen sich die Ü15-Jährigen Roten Husaren mit ihrem Schautanz „Element Wasser“ noch mit einem 4. Platz die Final-Qualifikation.


Die letzten Weichen für das große „Endspiel“ in der König Pilsener-Arena zu Oberhausen vor 8000 Zuschauern am kommenden Wochenende sind gestellt. Letzte Trainingseinheiten in der laufenden Woche sichern noch die Tanzabläufe, mentales Training bereitet die über 100 Aktiven auf ihre Auftritte vor, bevor am Freitagabend die ersten Busse mit Aktiven und 400 Schlachtenbummlern, Eltern und fiebernden Fans inklusive Bürgermeister ins Rheinland rollen. Der Countdown läuft.